Elena - Ein Hundeleben in Chalkidiki

Elena - Eine Hündin erzählt Wieder da! Elena geht's gut: Sie war einige Tage verschwunden - allerdings nur im Urlaub. Kein Kidnapping. Der Morgen dämmert und immer mehr Menschen verlassen ihre warmen Häuser um zur Arbeit zu gehen. Ich bin schon seit Stunden wach – viel geschlafen habe ich nicht in dieser Nacht. Es müssen mindestens minus 200 Grad gewesen sein – na ja, so genau weiß ich das nicht aber meine Pfötchen werden gar nicht mehr warm. Ich kann es kaum erwarten, daß dieser verdammte Winter endlich zu ende geht.

Hey, da ist das kleine blaue Auto! Das ist mein Boß. Wird auch Zeit, daß du kommst, Kumpel. Bin ja schon fast erfroren! Ja, ich habe jetzt einen richtigen Arbeitgeber. Ich arbeite nämlich bei der Zeitung. Gegen ein bescheidenes Honorar erzähle ich den Menschen, wie das Leben auf der Straße so läuft. Ist schon komisch, wofür sich die Zweibeiner so alles interessieren ..

Hey Chefin! Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich freue, dich zu sehen! Naja .. ok .. ich freue mich auch riesig über die Wurst in deiner Hand .. das kann ich einfach nicht abstreiten ohne rot zu werden. Mjam .. das war gut! Wenn Du mir jetzt noch kurz den Bauch kraulen könntest – dann wäre ich startklar für einen neuen Arbeitstag! Oooooh-kaaay .. ich muß mich noch kurz dreimal strecken .. soooo … jetzt … jaaa. Ja, dann kann’s losgehen.

Für heute, hast du gesagt reicht es, wenn ich mal ein bißchen aus meiner Vergangenheit plaudere, ja? Na gut, also: Ich wurde irgendwann geboren. Natürlich weiß kein Hund der Welt, wann genau das war. Mein Lieblingstierarzt meint aber, es sei so vor etwa vier Jahren gewesen. So wie ich mich heute fühle, muß es eine kalte Nacht im Januar gewesen sein. Das würde erklären, warum mir seitdem ständig kalt ist. Auf jeden Fall sagt mein Boß, daß alle guten Geschichten irgendwie so anfangen. Also einigen wir uns auf eine kalte, einsame, dunkle und vielleicht auch sandige (?) Januarnacht. Meine Mama war eine echte Schönheit! Sie hatte wunderschöne flauschige Ohren und noch schönere Augen! Meinen Vater habe ich nie kennengelernt. Mama sagte, er sei ein echter Rowdy gewesen. Und plötzlich sei er verschwunden. Genauso geschah es auch mit meiner Mama. Eines Tages kam sie einfach nicht wieder. Ich habe nie erfahren, was mit ihr passiert war.

Fortan lebte ich allein in dem kleinen Stranddorf, in dem im Winter gerade mal 100 Menschen leben. Im Sommer aber einige tausend. Naja, ganz allein war ich ja nicht. Es gab noch eine Menge anderer Hunde im Dorf. Einige lebten bei den Menschen und andere mußten, genauso wie ich allein sehen, daß sie klarkamen. Immerhin haben uns einige der Dorfbewohner in ihr Herz geschlossen und sorgen dafür, daß wir täglich etwas zu essen bekommen. Auch wenn es oft nur die Reste vom Mittagessen sind – besser als ein knurrender Magen, denke ich mir immer! Im Sommer, wenn die vielen Urlauber kommen, leben wir wie die Maden im Speck! Viele bringen uns Leckereien mit oder kraulen uns wenigstens ausgiebig den Pelz. So läßt sich das Streunerleben dann ganz gut aushalten!

Inzwischen sind einige Jahre vergangen, viele Hunde sind gekommen und gegangen und ich bin immer noch hier – zusammen mit meinen Freunden. Zusammen haben wir eine Menge Spaß und wenn die Nächte mal kalt sind, dann wärmen wir uns gegenseitig.

In den nächsten Wochen werde ich euch meine Freunde vorstellen und von ihren Abenteuern erzählen. Ihr werdet es kaum glauben, was für verrückte Vierbeiner hier rumlaufen! Für heute habe ich glaube ich genug gearbeitet. Ich werde mich mal ein wenig in die Sonne legen und Wärme tanken. Die kommende Nacht wird bestimmt wieder bitterkalt.

Bis nächste Woche,

Eure Elena