Elena - Liebeskummer

Ich bin ja so traurig, mein Herz zerspringt und ich könnte nur heulen. Sie ist wieder abgereist und ich werde sie wohl nie wieder sehen. Charlotte, so ist nämlich der Name von dieser tollen, wunderschönen Hündin. Sie hatte hier zusammen mit ihren Menschen die Osterfeiertage verbracht. Und jetzt ist sie weg! Für immer!

Und ich bleib allein zurück. Uuuaaah!

Charlotte reiste letzte Woche Donnerstag zusammen mit ihren Menschen hier an. Schon als ich sah wie sie aus dem Auto sprang schlug mir mein Herz bis zum Hals, der Atem Stockte mir und ich hatte das Gefühl als hätte ich Hunderte von Marienkäfern im Bauch. Das kribbelte und krabbelte nur so. Ein angenehmer Schauer ging mir von der Zehenspitze bis hinein in die Schwanzspitze. Für Sekunden schaute sie zu mir rüber und unsere Blicke trafen sich. In dem Moment hatte ich das Gefühl zu schweben. Wie im Traum schwebte ich förmlich zu ihr hinüber. Doch auf einmal riss mich eine dunkle harte Stimme aus meinem Traum. Als verlausten Straßenköter hat man mich beschimpft und ich solle mich doch mit meinem privaten Flohzirkus davon machen. Ich durfte nicht in ihre nähe kommen! Und sie ist doch sooo wunderschön, ihre großen schwarzen Augen, ihr glänzendes schwarz, braunes Fell, das wunderschöne graue Schnäuzchen, dieser Körperbau und dieser schwungvolle elegante Gang. Und ihr Geruch! Sie hat so unwahrscheinlich gut gerochen. Ja gut sie ist etwas größer als ich, aber wen interessiert denn schon die Größe?

Jede freie Minute habe ich ganz in ihrer Nähe verbracht. Ich konnte nicht Essen, jawohl ICH konnte nicht essen und beim schlafen habe ich nur von ihr geträumt. Auf Schritt und tritt bin ich ihr ganz unauffällig gefolgt. Immer mit gebührenden Abstand damit mich ihre Menschen nicht bemerken. Ich saß vor ihrem Balkon und habe ihr ein Lied gesungen. Ich fühlte mich wie Romeo, zumindest solange bis ich einen Eimer mit kaltem Wasser über den Pelz bekam. Aber das war es wert. Als ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte ihr jemals nähr zu kommen geschah das Wunder.

Charlotte Zottels neue Liebe - oder doch nicht?

Sie tobte mit ihren Menschen am Strand herum, ich musste einfach hinlaufen. Sie fing auch sofort an mit mir zu spielen und zu rennen. Da war wieder die Stimme ihrer Menschen! Doch sie lief nicht hin zu ihnen. Nein, sie lief mit mir davon.

Wir haben den ganzen tag zusammen verbracht. Wir sind über Wiesen und Felder getobt, haben uns im Schatten der Bäume ausgeruht. Ich habe ihr die schönsten Strände und Aussichtsplätze gezeigt. Am Abend saßen wir auf einem Felsen und haben zugesehen wie die Sonne im Meer versinkt. Als dann die Sonne verschwand bemerkten wir, daß uns doch fürchterlich der Magen knurrte. So langsam bekam Charlotte auch Heimweh nach ihren Menschen und ihrem schönen warmen Hundekörbchen. Also habe ich sie nach Hause gebracht und bin selber Überglücklich in mein Bettchen geschwebt.

Am nächsten Morgen dann bin ich wieder zu dem Haus gelaufen wo sie wohnten. Doch was war das?! Sie luden alles ins Auto! Auch Charlotte saß schon im Auto. Wir haben gebellt, geheult geschrieen. Doch alles hat nichts geholfen. Mich haben sie versucht davon zu jagen und Charlotte war im Auto eingesperrt. Wir konnten nicht zueinander! Wir konnten uns noch nicht einmal verabschieden! Die Menschen stiegen ein und das Auto fuhr los. Ich rannte dem Auto hinterher so lange und schnell ich konnte! Doch ich habe sie nicht eingeholt, ich konnte sie nicht aufhalten und nun ist sie weg. Die Liebe meines Lebens und ich bleib allein und mit gebrochenem Herzen zurück! Bis nächste Woche - falls ich bis dahin nicht vor Kummer gestorben bin ..